Sascha Risch ist in Meppoen angekommen

Von Riegel über Freiburg nach Meppen

01. August 2022, 19:05 Uhr

Sascha Risch mit seinem Berater Tajo Melcher (Bild: privat)

Er lernte beim Riegeler SC das Fußballspielen und wechselte als D-Jugendlicher zum SC Freiburg.


"Moin Sascha" Die Begrüßung im Sommer beim SV Meppen (Bild: Verein)

Dort spielte er in den Jugendteams, gewann mit der U19 den DFB-Pokal und stieg mit der U23 in die Dritte Liga auf. Sascha Risch heute 22 spielt nun ab dieser Saison beim SV Meppen in der dritten Liga.

Der SV Meppen ist nicht gerade die große weite Fußballwelt, aber in Deutschland ein sehr bekannter und beliebter Fußballclub, der 11 Jahre von 1987 bis 1998 in der Zweiten Liga spielte und 1995 sogar an der Tür zur Bundesliga kratzte. Nun also ist das Trikot von Sascha Risch blau-weiß und die Heimat gute 650 km entfernt.

Schön, dass uns Sascha und sein Berater Tajo Melcher von Fair-Sport uns für ein Interview zur Verfügung stehen. Übrigens ist auch Tajo Melcher in der Region und vor allem in Riegel kein Unbekannter. Er schnürte selbst für Riegel die Fußballschuhe und ist auch noch in der Doppelpass Datenbank geführt.




SDP: Hallo Sascha, wie ist die Luft im hohen Norden – hast Du Dich schon eingelebt?

Sascha Risch:Hallo liebes Doppelpass-Team, die Luft im hohen Norden bekommt mir sehr gut. Ich habe
mich tatsächlich schnell eingelebt, da der Verein und im speziellen das Team es mir sehr
einfach gemacht haben. Ich fühle mich rundum wohl und freue mich auf die nächste Zeit im
Emsland.

Wie schwer war es für Dich der Heimat den Rücken zu kehren?

SR: Nach vielen erfolgreichen Jahren in Freiburg fiel der Abschied natürlich nicht leicht. Da ich
aber weiss, dass Vereins- bzw. Wohnungswechsel zum Fussballerleben dazugehören, konnte
ich mich recht schnell damit arangieren. Darüber hinaus begleitet mich meine Freundin, was
mir natürlich als Unterstützung sehr zu Gute kommt. Ich glaube, dass die Entfernung für
meine Mutter am schwierigsten ist. Dennoch unterstützte sie mich bei meiner Entscheidung
und ist nach wie vor ein großer Rückhalt. Zudem bin ich ja auch nicht aus der Welt, Meppen
liegt ja bekanntlich auch in Deutschland;-).


Hallo Tajo, wie seid Ihr beide zusammengekommen?

Tajo Melcher: Hallo liebes Doppelpass-Team, ich kenne Sascha bereits von klein auf durch unsere
gemeinsame Herkunft Riegel. Mit seiner Familie und insbesondere seinem Vater Olaf
(langjähriger Vorstand beim RSC) verband mich seit meinem Tagen beim Riegeler SC ein
freundschaftliches Verhältnis. Dementsprechend verfolgte ich Sascha’s fußballerische
Entwicklung sehr genau. Da diese sehr positiv verlief und ich selbst beruflich im
Fußballbereich gelandet bin, entschieden wir uns zur Zusammenarbeit.

Ein Berater „berät“ ja den Spieler was die Karriereplanung betrifft. Warum nach
Meppen? Gab es noch andere Optionen?

TM: Ja, es gab mehrere Optionen. Zu den guten Leistungen der U23 des SC Freiburg in der
vergangenen Drittligasaison konnte Sascha seinen Teil beitragen und so auf sich
aufmerksam machen. Da Sascha noch immer ein junger und noch nicht fertig entwickelter
Spieler ist, ist die Aussicht auf möglichst viel Spielzeit ein entscheidender Faktor. Dies sahen
wir in Meppen am wahrscheinlichsten. Aufgrund des Gesamtpakets entschied sich Sascha
dann schlussendlich für den SV Meppen.

Sascha, Die Liga bleibt die gleiche – welche Unterschiede sind Dir in den ersten Wochen am
meisten aufgefallen?

SR:Der grösste Unterschied ist vor allem das Fanaufkommen. Da wir im Vergleich in Freiburg
bei der U23 eher wenige Fans (die uns dennoch überragend unterstützten) hatten, ist
Meppen schon ne andere Hausnummer. Die Tradition und der Stellenwert des Vereins
wurde mir bereits bei unserem Fanfest in der Vorbereitung bewusst, bei welchem die Fans
sehr zahlreich erschienen. Zudem kann man anhand des letztjährigen Zuschauerschnitts
erahnen, wie hier der Verein von der Region gelebt wird. So befand sich der SV Meppen im
oberen Drittel des Zuschauerrankings. Nicht zuletzt durch unsere Auswärtsspiel in der
letzten Saison weiss ich, wie hier die Hütte beben kann.
Ein landschaftlicher Unterschied ist sicherlich, dass es im Vergleich zur Heimat echt flach ist.
Dennoch bin ich begeistert von der Gegend und kann jedem einen Besuch im Emsland
empfehlen.


Zum ersten Duell kommt es erst am letzten Vorrundenspieltag im Januar. Wie groß
muss der familien- und Freunde-Bus aus Riegel sein, um alle nach Meppen zu bringen?

SR: Ich denke, dass aufgrund der weiten Entfernung ein PKW wohl ausreichen wird. Den Bus
wird man wahrscheinlich beim Rückspiel in Freiburg benötigen.

In diesem Zuge würde ich gerne die Gelegenheit nutzen, um mich bei meinem kompletten
Umfeld zu bedanken. Die zu jeder Zeit großartige Unterstützung aus meiner Heimat ist in
dieser Art und Weise mit Sicherheit nicht selbstverständlich. Hierfür bin ich unglaublich
dankbar und freue mich, so eine Familie und Freunde hinter mir zu wissen

Dein Heimatverein hatte große Probleme, in der letzten Saison überhaupt eine
Mannschaft zusammen zu bekommen. Hast Du das verfolgt und mitbekommen? Stehst Du
noch in Kontakt mit dem Riegeler SC?

SR: Natürlich habe ich noch viele Kontakte nach Riegel und war über die Ergebnisse stets
informiert. Wenn es mein Trainingsplan zuliess, habe ich auch das ein oder andere Spiel live
verfolgt. Als Riegeler waren die Ergebnisse natürlich schwer verdaulich. Aber im Fussball gibt
es leider auch schlechtere Phasen, die aber auch dazu genutzt werden können, sich neu
aufzustellen. Nicht nur das Weiterkommen in der ersten Pokalrunde stimmt mich positiv,
sondern vielmehr die Aufbruchsstimmung die man rund um den Verein vernimmt. Ich hoffe,
dass es so positiv weitergeht und der Verein wieder an die alten Leistungen aus der
Vergangenheit anknüpfen kann.

Tajo: Der letztjährige Trainer Hüseyin Sahin, ein Urgestein beim Riegeler SC, hielt die Fahne
hoch, trat mit einer komplett neuen Mannschaft an und konnte sich letztlich nur über 2
Punkte freuen – dennoch muss der Verein ihm wohl ewig dankbar sein?

TM: Da ich in den vergangenen Jahren nicht mehr in der Gegend gelebt habe, konnte ich den
RSC nur aus der Ferne beobachten und mir somit keinen genauen Eindruck verschaffen. Die
Ergebnisse schmerzten einen Riegeler natürlich auch auf Entfernung. Selbstverständlich
muss man stellvertretend Hüseyin Sahin und Dirk Krämer für ihren Einsatz in diesen
schweren Zeiten danken, von diesen Leuten lebt der Amateursport!
Wie ich allerdings aus dem Umfeld höre, erwacht der Verein gerade zu neuem Leben... Ich
bin sehr gespannt und drücke alle Daumen!

Autor: Volker Kirn

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